Dekanat Rüsselsheim

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        Der 50. Stolperstein wurde in Rüsselsheim verlegt

        Dr. Susanne Rapp

        Seit 2007 wurden in Rüsselsheim nun insgesamt 50 Stolpersteine und eine Stolperschwelle verlegt. Am 16. Mai 2018 wurde der Opfer der NS-Euthanasie gedacht. Versteckt und verleugnet wurden Menschen mit Behinderungen. Fünf Stolpersteine erinnern nun im Alltag in Rüsselsheim an fünf Euthanasie-Opfer des Nationalsozialismus.

        Ein Bericht von Dr. Susanne Rapp:

        Im Rahmen des Kunstprojektes von Gunter Demnig wurden bereits 49 Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Die 8. Stolpersteinverlegung am 16. Mai in Rüsselsheim erinnert an die Euthanasieopfer. Der 50ste und erste von insgesamt fünf Stolpersteinen, mit denen Euthanasieopfern gedacht wird, wurde in der Adam-Foßhag-Straße Nummer 6 im Ortsteil Königstädten verlegt. Schüler eines Wahlpflichtkurses Geschichte der Gerhart-Hauptmann-Schule recherchierten als Paten der Stolperstein-Initiative-Rüsselsheim über die Opfer und deren Lebenslauf.
        Frank Häußler, der Lehrer der Geschichtsklasse erklärte, wie schwierig es sei, Informationen über Euthanasieopfer zu finden, da Euthanasieopfer versteckt und verleugnet wurden. Entsprechend dünn sei die Quellenbasis, so Häußler. Von Elisabetha Luise Hessemer, die in Königstädten lebte und 1941 Opfer der Euthanasiemorde der Nazis wurde, gibt es keine Angehörigen mehr, die als Zeitzeugen hätten befragt werden können. Auf ihrem Totenschein ist eine natürliche Todesursache angegeben. Doch sie wurde in der Anstalt Hadamar vergast.
        Andreas Jung, Pfarrer der Martinsgemeinde und Sprecher der Stolperstein-Initiative erklärte, dass auch er noch vieles über die Euthanasiemorde während der Arbeit zu diesem Thema gelernt habe. Er erinnerte sich an eigene Erfahrungen mit einem Onkel, der 1936 mit einer Behinderung geboren wurde. Dieser Onkel überlebte die Nazizeit nur, weil seine Eltern ihn nicht vor die Tür ließen und ihn versteckten.
        Nach der Stolpersteinverlegung für Elisabetha L. Hessemer folgten weitere Stolpersteinverlegungen in Rüsselsheim für: Anna E. Rückert, ermordet am 25.3.1941, Johannes Knoblauch, ermordet am 11.6.1941, Anna Kraft, ermordet am 16.5.1941 und Rudolph Schmidt, ermordet am 1.5.1945.

        Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.stolpersteine-ruesselsheim.de

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