Dekanat Rüsselsheim

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        Ordinations-Gottesdienst in der Ev. Luthergemeinde Rüsselsheim

        Auf zwei Beinen steht man besser

        Heidi Förster

        In der Evangelischen Luthergemeinde Rüsselsheim wurde Pfarrer Sebastian Gerisch am 10. März 2018 feierlich in den Dienst der öffentlichen Verkündigung berufen. Zu seiner Ordination hat Pröpstin Karin Held in ihrer Ansprache den Pfarrberuf kritisch beleuchtet.

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        „Der Pfarrer sollte die gute und heile Welt symbolisch repräsentieren, die christlichen Wertmaßstäbe wie Nächstenliebe, Ehrlichkeit u.s.w. mit vorbildlichem  Charakter und Lebenswandel zur Geltung bringen und im Leben bestätigen“. So zitierte Pröpstin Karin Held eine Befragung der Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Wie soll er/sie sein, der Pfarrer, die Pfarrerin von heute? Zur Ordination eines neuen Pfarres  war diese Betrachtung äußerst hifreich – und wurde dabei von der in Gelsenkirchen geborenen Repräsentatin der Propstei Starkenburg gekonnt und schmunzelnd vorgetragen. So wundert es nicht, dass die Mehrheit der befragten Pfarrer/innen im Rheinland dieses „Heiligenbild“ für ihre Profession in Frage stellen. Schließlich wollen sie nicht als bessere Menschen gelten, auch nicht vor Gott. Denn vor ihm ist jede und jeder „gerechtfertigt“, findet also im Glauben auch ohne Verdienste Gnade. Und dann, so ein Resumée der Studie, sei es ja auch menschlich, wenn sich auch ein Geistlicher mal ins Privatleben zurückziehe. Gleichwohl, so die Aussagen, wollen Pfarrerinnen und Pfarrer kompetent darin sein, für Menschen verstehend, beratend und  ermutigend da zu sein, ihre traurigen und freudigen Ereignisse christlich und menschlich vertiefen und bearbeiten helfen.

        Der Pfarrer hat zwei Arbeitgeber

        Unter dem Titel „Im Angesicht Gottes und im Angesicht der Offenbarung“ ist die Befragung zum Pfarrbild der Ev. Kirche im Rheinland erschienen. 
        Pröpstin Held betonte, dass Pfarrer Gerisch künftig gleichzeitig zwei Arbeitgeber habe. Erstens Gott und zweitens die  Menschen (coram deo und coram publico). „Vor beiden hat er sich zu verantworten und auf zwei Beinen steht man besser.“

        Ordination – eine Berufung für das ganze Leben

        Die Ordination ist ein festlicher Akt: Pfarrer Sebastian Gerisch ist in diesem Gottesdienst in den Dienst der öffentlichen Verkündigung berufen worden. Ihm wurden für ein Leben lang die Ordinationsrechte verliehen. Damit kann der 31-Jährige, dem seit Januar 2018 der Dienstauftrag als Pfarrer im Probedienst für vier Jahre erteilt worden ist, predigen, taufen, das Abendmahl leiten und hat Schweigepflicht.
        „Ich werde meinen Dienst zur Ehre Gottes und zum Besten der Gemeinde“ tun. Dieses Versprechen – mit Gottes Hilfe - gilt bei einer Ordination aber auch für die Gemeinde, repräsentiert durch den Kirchenvorstand. Der Kirchenvorstand, der gemeinsam mit einer Pfarrerin oder einem Pfarrer die Gemeinde leitet, steht auch in der Verantwortung und hat folglich ebenfalls öffentlich zu bekunden: „Seid Ihr bereit, Sebastian Gerisch als euren Pfarrer anzunehmen und versprecht ihr, mit ihm zusammen dem Aufbau der Gemeinde zu dienen?“ „Ja, mit Gottes Hilfe.“

        Mach mich zum Werkzeug deines Friedens

        Sebastian Gerisch – der Pfarrer mit dem offenen und verschmitzten Lächeln und dem unverwechselbaren langen, zum Zopf gefassten Bart - ist als Teamplayer bereits angekommen in der lebendigen Rüsselsheimer Luthergemeinde. Viele waren zu seiner Einführung gekommen. Auch sein ehemaliger Chor aus Kirchditmold (Kassel), wo Gerisch lange zuhause war und als passionierter Sänger mitgesungen hat, wirkte im Gottesdienst mit. Gemeinsam mit dem Chor der Luthergemeide, dem Ensemble für Liturgie und Gottesdienst, erklang das „Da Pacem Domine“ von Charles Gounod. Ein wunderschönes Lied; Und es hat keiner gemerkt, dass Martin Schlotz diesen Vortrag erst kurz vor dem Gottesdienst mit dem spontanen nord- und südhessischen "Projektchor" eingeübt hatte. Der Chor der Luthergemeinde half während der gesamten Feier der Gemeinde beim Singen der vielen neuen Lieder. Kirchenmusiker Martin Schlotz hatte diese mit den Gottesdienstbesucher/Innen bereits eingangs eingestimmt. „O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“ – dieses Lied schuf die Überleitung zur Predigt des neuen Pfarrers.

        Wenn ein Kind getröstet wird - das ist Frieden

        Mit  Spaten in der Hand brachte Pfarrer Gerisch den Text von Souvenier Normand des eben noch gesungenen Liedes als Friedensthema auf den Punkt. Was ist Frieden? „Dass Menschen was zu essen und Freude haben können, so ein Werkzeug will ich auch sein“, so Gerisch. „Liebe üben, wo man sich hasst, verzeihen, wo man sich beleidigt, verbinden wo Streit ist…“ heißt es im Liedtext. „Wenn ein Kind unglücklich ist und schreit und dann getröstet wird - das ist Frieden!“ so Gerisch.

        Ohne pastoral-schweren Sprachduktus fasste der junge Seelsorger seine Botschaft zum Frieden vor der Gemeinde in Worte. So, als hätte er das schon immer gemacht: frei, sicher betont, klar und menschlich - authentisch eben und lebensnah.
        Dass er seinen Dienst auch fortan treu und gewissenhaft tun wird, mit Gottes Hilfe, dieses Versprechen gab der in Dresden geborene Pfarrer gemäß der von Pröpstin Karin Held vorgetragenen Verpflichtungsformel. Der Vorstandsvorsitzende des Ev. Dekanats Groß-Gerau-Rüsselsheim, Holger Tampe, verlas zur Ordination den Grundartikel - den Verfassungskern - der EKHN.
         
        Ordination - Gottesdienst mit Wegbegleitern, "Lehrern" und Freunden

        Auch sein Lehrpfarrer Markus Buss von der Ev. Burgkirchengemeinde Dreieichenhain, seine Ehefrau, die Theologin Mirjam Jeckel, Karin Wölfle vom Kirchenvorstand, Kollegin und Pfarrerin Hanne Köhler, sein Studienfreund und Pfarrer Simon Ahäuser, die Stellvertretende Dekanin Heike Hiess – sie alle wirkten neben Holger Tampe und Pröpstin Karin Held im Gottesdienst mit - unter der hervorragenden musikalischen Leitung von Martin Schlotz.

        Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus gab es noch zahlreiche Grußworte und Gratulationen – und Sekt und Häppchen – denn nur auf zwei Beinen kann der Mensch auch nicht lange stehen.

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

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