Dekanat Rüsselsheim

Angebote und Themen

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        Weltgebetstag der Frauen 2018 - "informiert beten"

        Bedrohte Schöpfung: Quecksilber vergiftet das Wasser und Wälder werden vernichtet

        Heidi Förster

        "Ich bin alleinerziehende Mutter. Mit dem Anbau von Maniok kann ich für meine fünf Kinder sorgen. Ich backe daraus Brot, einfach oder gefüllt mit Ananas und Kokos, und verkaufe es am Internationalen Flughafen."

        Carolina aus Surinam lebt auf einer ehemaligen Holzplantage, die ihre Vorfahren - ihr Vater war Eurpäer und ihre Mutter Afrikanerin - gekauft hatten. Irgendwie bringt sie ihre Kinder durch aber was, wenn die Wasserverseuchung noch schlimmer wird durch den Abbau von Gold und Bauxit?
        Ihre Geschichte war Teil des ökumenischen Weltgebetstags 2018.

        Jedes Jahr steht ein Land der Erde im Fokus dieser weltweiten ökumenischen Basisbewegung, die seit 130 Jahren von immer mehr Konfessionen unterstützt wird und Frauenprojekte weltweit unterstützt. 

        Weltgebetstag in Wallerstädten

        In Groß-Gerau-Wallerstädten standen am 2. März Gemeinderaum, Leinwand, Musikanlage, Heike Glaß (Klavier), Sophie und Julia (Flöten) und Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams bereit, um 60 Frauen (und Männer) aus der eigenen Kirchengemeinde und der Groß-Gerauer katholischen Gemeinde St. Walburga mit lateinamerikanischen Rhythmen, Liedern, Geschichten, Bildern, Gebeten und Texten mit allen Sinnen und ganz ohne Flugzeug in dieses ferne, unbekannte kleine Surinam zu "beamen".

        Regenwald, Gold, Meeresschildkröten - Surinam - im Norden Südamerikas, halb so groß wie Deutschland, weit weg und den meisten unbekannt, ist ein wunderbares Abbild der Schöpfung Gottes - reich - aber bedroht! Das hörten wir im Gottesdienst mit den Worten von Muyinga, Nachkomme ehemaliger afrikanischer Sklaven:"Wir leben im fast noch unberührten Regenwald und in den Bergen. Sie geben uns Nahrung und Heilpflanzen. In den Flüssen baden wir gern und fischen. Unser Land besteht aus 94 Prozent aus tropischem Regenwald. Er dient als Lunge der Erde."

        Gott, du Quelle des Lebens, gib uns den Mut...

        Auch das Fürbittengebet, das evangelische und katholische Frauen an diesem Abend in 120 Länder der Erde gemeinsam "informiert beteten", hatte eine klare politische, Schuld bekennende und auffordernde Dimension. Denn das, was Muyinga täglich erlebt, ist bittere Realität: Sie lebt mitten im Tropenwald und weiß, dass die Flüsse ihres Landes mit Quecksilber verseucht sind. Es wird zur Goldgewinnung verwendet, vergiftet nicht nur Fische sondern entzieht ihr und ihren Nachbarn ihre Lebensgrundlage. "Gott, du Quelle des Lebens, gib uns den Mut, die Einhaltung der Gesetze zu fordern, die den Gebrauch von Quecksilber verbieten und den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen sicherstellen. Wir bitten dich." 

         "Wir sind Moksi (Mischmasch)."
        Pfarrerin Roswitha Velte-Hasselhorn erklärte lachend, dass sich die Frauen in Surinam "Moksi" nennen  "weil sie aus vier Kontinenten zusammengewürfelt verschieden sind und das bunte Miteinander feiern. "Moksi" bedeutet auch "gemeinsam". Damit wird klar, dass sich in diesem Land  alle gegenseitig und friedlich ihren Lebensraum lassen."

        Nach diesem fröhlichen und nachdenklichen Gottesdienst tat das gemeinsame Essen und miteinander Reden gut. Claudia Hinterthür, die den Gottesdienst mitgestaltet hatte, ging nochmal der Frage nach: "Wie geht ein Land mit Menschenrechten um? Ein Parameter dafür ist der Umgang mit Frauen." Auch Gemeindereferentin Irmgard Jahn von der katholischen St. Walburgagemeinde hat dieser Gottesdienst aus Surinam sehr bewegt. "Es ist fantastisch, dass der Weltgebetstag Christinnen und Christen aller Länder und Konfessionen vereint und einen zeitlichen Zusammenhang zum Internationalen Frauentag am 8. März hat."

        Schöpfung bewahren - aber bitte konkret!

        Vor dem Segen, den Irmgard Jahn uns mit auf den Weg gab, haben wir Frauen in Wallerstädten - und weltweit Millionen Frauen mehr -  uns an diesem ersten Freitag im März 2018 folgendes gemeinsame Versprechen gegeben:
        "Lasst uns gemeinsam in unserem Alltag konkrete Wege gehen, um die Schöpfung zu bewahren. Lasst uns unsere Regierungen, Kirchen und Familien in die Pflicht nehmen, die Erde für zukünftige Generationen zu schützen."

        Hierfür brauchen wir alle kein Flugzeug, um am Flughafen von Surinam Carolina zu treffen, die dort ihr Brot verkauft - aber dafür Mut, eine Überzeugung, einen Glauben und eine gemeinsame Kraft.

        Kollekte für Sozialarbeit gegen sexuellen Missbrauch in Surinam

        Mit den Kollekten des diesjährigen Weltgebetstages werden unter anderem im Armenviertel der Hauptstadt Paramaribo in Surinam 30 Jugendleiterinnen bezahlt, die mit Teeni-Müttern und Frauen arbeiten, um sie besser vor sexuellem Missbrauch zu schützen.


        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

         

         

         

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