Dekanat Rüsselsheim

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        Gottesdienste in Gedenken an die Deportation von Juden vor 80 Jahren

        Erinnern und nie vergessen

        Archivbild

        In zahlreichen Gottesdiensten wurde am vergangenen Sonntag, den 20. März 2022 im Kreis Groß-Gerau an die Deportation von Juden aus Südhessen vor 80 Jahren – am 20. März 1942 – über den Güterbahnhof Darmstadt in die Konzentrationslager erinnert.

        Vor 80 Jahren begann die Deportation von Juden sowie von Sinti und Roma aus Südhessen und Rheinland-Pfalz über den Güterbahnhof Darmstadt in die Konzentrationslager. Am 20. bzw. 24. März 1942 wurden insgesamt mehr als 1000 Juden in die Waggons gepfercht. Sie kamen aus den Dörfern und Städten auch des Landkreises Groß-Gerau. Nachbarn waren sie. Und Nachbarn wurden zu Zuschauern oder Mittätern. Widerstand gab es kaum. 
        Zunächst wurden die Menschen nach Darmstadt gebracht und dort in der Liebig-Schule gesammelt. Beim ersten Transport verschleppten die Nationalsozialisten und ihre Helfer 1000 Menschen aus dem gesamten südhessischen Raum. Ihre Namen und Adressen sind bekannt, fein säuberlich in den Listen vermerkt. Sie lebten in Astheim, Auerbach, Beerfelden, Bingen, Birkenau, Bensheim, Crumstadt, Darmstadt, Dieburg, Elmshausen, Gernsheim, Gräfenhausen, Habitzheim, Heppenheim, Herrnsheim, Hetschbach, Höchst i. Odw., Hohensülzen, Jugenheim, Lorsch, Mainz, Messel, Michelstadt, Mörfelden, Mümling-Grumbach, Münster, Neustadt, Nieder-Flörsheim, Ober-Klingen, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Reichelsheim i. Odw., Reichenbach, Rimbach, Rüsselsheim, Schlierbach (Schaafheim), Seeheim, Sickenhofen , Viernheim, Wachenheim und Worms. 
        In den Evangelischen Kirchengemeinden Trebur-Astheim (bereits am 13.03.2022), in Crumstadt, Gernsheim, Mörfelden und Rüsselsheim fanden am Sonntag, den 20.03.2022 jeweils um 10.00 Uhr Gedenkgottesdienste statt, in denen auch die Namen der Deportierten verlesen werden. In Bischofsheim wurde in einer Gedenkveranstaltung um 11.30 Uhr an die Deportierten gedacht. Die Veranstaltungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Verein Memor (Gernsheim), der Margit-Horvath-Stiftung (Mörfelden) und dem Förderverein jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V. durchgeführt.

        Die Initiative „Denkzeichen Güterbahnhof“, in der sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Landesverband der Sinti und Roma, der Jüdischen Gemeinde Darmstadt und den Bündnissen gegen Rechts in Südhessen zusammengetan haben, laden seit vielen Jahren zu einem Gedenken ein. In diesem Jahr soll vor allem dazu der Beginn der Deportationen vor 80 Jahren von Darmstadt aus in den Blick genommen werden. Dieses Gedenken wird am Sonntag, 20. März, 11 Uhr, am Güterbahnhof sein. Der Link zum Stream findet sich hier https://m.youtube.com/watch?v=k-KNNMp5mvE und wird auf der Seite denkzeichen-gueterbahnhof.de veröffentlicht.
        Für Rückfragen steht Pfarrer Wolfgang Prawitz telefonisch unter 06142-91367-21 oder per Mail an wolfgang.prawitz@ekhn.de  zur Verfügung.


        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

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