Dekanat Rüsselsheim

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        Feierlicher Abschied von Dekanatsjugendreferent Jörg Lingenberg

        "Wo ist Jörgi? Die Maschine?"

        Heidi Förster

        „Wo ist Jörgi? Die Maschine?“ würden die Jugendlichen demnächst fragen, so Pfarrerin Johanna Gotzmann aus Bürstadt bei der Verabschiedung von Dekanatsjugendreferent Jörg Lingenberg am 22. August 2020 in der Ev. Kirche in Gernsheim. „Da hat jemand alles richtig gemacht, es geschafft, immer im Kontakt zu den Jugendlichen zu bleiben, sie zu erreichen, in der Lebenswelt, die sich ja so verändert hat“.

         

        Mit 66 Jahren wurde Jörg Lingenberg nach 42 Jahren in Senioren- und hauptsächlich Kinder- und Jugendarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) von Pfarrer und stellvertretendem Dekan im Ev. Dekanat Bergstraße, Karl Hans Geil, in den Ruhestand entpflichtet. Sein Wirken brachte Johanna Gotzmann, Pfarrerin in Bürstadt und Bobstadt, mit der Lingenberg noch den Konfikurs „ehrenamtlich“ abschließen wird, auf den Punkt: „Danke, dass du so bist wie du bist: ein Ruhefels, ein Ruhepol, mit Deiner Art bist du für die Jugendlichen, ja auch für ältere Menschen da! Und ich bin so dankbar, dass ich Dich kennenlernen durfte und mit zusammen arbeiten darf.“ Ruhe und Gelassenheit seien Stärke und Fähigkeit zugleich, erklärt der in Dortmund geborene dreifache Vater und 4-fache Großvater.

        Danke zu sagen, das vergisst der „100fache Kinder- und Jugend- Ferienfreizeiten-Erfahrene“ niemals gegenüber seiner Ehefrau Maike Lingenberg und seinen drei erwachsenen Kindern. Denn oft ging es in den Ferien von einem Tag auf den anderen zur nächsten Freizeit. Kennengelernt hat Lingenberg seine Ehefrau mit 13  in der Ev. Jugendarbeit. Verheiratet seit 1979, die Kinder sind 39, 35 und 30 Jahre alt, die Enkel mit 13, 12, 9 und vier Jahren bereits im „Freizeit-Alter“; Da möchte man natürlich wissen, was das Geheimrezept einer langjährig guten Partnerschaft sei: „Dass ich jemand bin, der Ruhe reinbringt und ausgleichend bin“ , so seine Antwort. Jörg Lingenberg, geboren am 11. Dezember 1954, hat bis 1978 Religions- und Gemeindepädagogik an der Ev. Fachhochschule in Darmstadt (EFH) studiert.  Nach dem so genannten Anerkennungsjahr bei Pfarrer Horlebein in der Ev. Kirchengemeinde Stockstadt lebte und arbeitete er mit  Frau und erstem Kind in der Ev. Christuskirchengemeinde in Mainz. Dort begann seine berufliche Laufbahn auch mit Seniorenarbeit. Seit 1981 arbeitet Lingenberg als Dekanatsjugendreferent im damaligen Ev. Dekanat Goddelau, dann im Ev. Dekanat Ried und seit 2019 nach der Aufteilung des Dekanates Ried im Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim. Die Jugend hat „Jörgi, die Maschine“ von Riedstadt bis Lampertheim 42 Jahre lang begleitet. Dabei war ihm jugendpolitische Arbeit wichtig. Auch der Aufbau einer Dekanatsjugend prägten sein pädagogisches Wirken genauso wie die naturnahen Sommerfreizeiten von Ameland bis nach Korfu. „Einen großen Anteil an meiner Zufriedenheit hat wohl auch, dass mir nie jemand in meine Arbeit reingeredet hat und ich die Ideen, Konzepte und Träume die ich hatte, oftmals auch mit finanzieller Unterstützung meines Arbeitgebers, leben und ausführen konnte“, so Lingenberg bei seiner Verabschiedung. Dazu zählen Konfi-Unterricht, Juleica-Schulungen an attraktiven Orten, Religionsunterricht an der Guttenberg Schule in Gernsheim und am Lessing Gymnasium in Lampertheim und auch so genannte „Nach-Konfi-Freizeiten“  an Wochenenden.

        Wie erklärt man „Kirchenfernen“, denjenigen, die nach ihrer Konfirmation der Kirchengemeinde den Rücken kehren, was an evangelischer Jugendarbeit und der damit verbundenen „Guten Botschaft“ attraktiv ist? Jörg Lingenbergs  Antwort kommt prompt, wohltuend bodenständig und aus berufserfahrenem Munde: „Glaube leben!“
        Jörg Lingenberg lebt, was er ist, ob im Beruf oder in der Familie. Dabei ist er immer ruhig, strahlt Wärme und gleichsam ein „herzliches Willkommen“ aus. Mit aufmerksamem Blick begegnet er den Menschen, ob Senior*innen oder Kindern und Jugendlichen, seiner Haupt-Zielgruppe eines langen beruflichen Lebens. Wichtig sei ihm dabei: „Dass ich sie immer ernst nehme, egal wie sie drauf sind, das ist mein Erfolgsrezept.“ Ernst nehmen, das gilt für Lingenberg auch in der Seniorenarbeit, die er zu Beginn und in den letzten zwei Jahren ökumenisch in der Kirchengemeinde Gernsheim begleitet hat.
        Und das seien nicht nur Kaffeekränzchen gewesen, sondern ökumenische Nachmittage mit Vorträgen wie mit der Polizei zu Einbruchsicherheit, mit Filmen oder „Couchs“ für Gedächtnistraining. Dafür, so Lingenberg, hätten ihm die Senior*innen, „wenn nicht Corona wäre, zu meinem Abschied einen roten Teppich ausgerollt.“
        Einen sprachlichen Teppich rollte ihm dafür sein ehemaliger Dekan Karl Hans Geil (bis 2019 im Ev. Dekanat Ried) in dessen Predigt aus. Für Mitarbeitende der Kirche, letztlich Mitarbeitende Gottes sei es wichtig, sich von der Nachweispflicht, was man alles erreicht habe, wie toll man sei und mit wieviel Echo man etwas durchgeführt habe, frei zu machen. Karl Hans Geil, heute stellvertretender Dekan im Ev. Dekanat Bergstraße: „Wer für Kirche und für Gott arbeitet, der oder die lebt letztlich aus einem großen Vertrauen heraus, einem Vertrauen, das Jesaja beschreibt. Der Altgewordene blickt  zurück und teilt in den folgenden Worten mit, wohin er sein Prophetendasein gegründet sieht und was ihn stets getragen hat und trägt; um mit Frieden und einem guten Gefühl die Arbeit in andere Hände zu legen: „Wie Regen vom Himmel fällt und Erde durchfeuchtet, wodurch sie fruchtbar wird,  dadurch wird Säen, Wachstum und Ernte ermöglicht.“

        Beim anschließend kleinen Empfang – unter Corona-Bedingungen – im Gernsheimer Kirchgarten gratulierten: seine Familie natürlich,  die ehemaligen „Chefs“ im Ried, das sind die Dekanatssynodalvorstands-Vorsitzenden Paul Ewald und Harald Udo Kouba und der derzeitige DSV-Vorsitzende im Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim Holger Tampe, zahlreiche ehemalige Jugendliche – einige mit Nachwuchs - der ehemalige Stockstädter Pfarrer Horlebein mit Ehefrau, die Ex-Kolleg*innen aus dem Ev. Dekanat Ried, Pfarrer*innen von Gernsheim bis zur Bergstraße  sowie Kolleg*innen aus dem Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim: die Jugendreferenten Bernd Altmann und Alexander Kurz, Verwaltungsfachkraft Ute Müller, die den Abschied organisiert hat und Kollegin und Kirchenmusikerin Gunhild Streit, die den Feierlichen Gottesdienst zur Verabschiedung an der Orgel gestaltet hat. Stimmlich wurde sie dabei von der ehemaligen Öffentlichkeitsreferentin Heidi Schießer-Sekulla von der Empore begleitet.  

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

         

         

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