Dekanat Rüsselsheim

Angebote und Themen

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        Neuer Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat

        Nicht nur Sonntagspredigten sondern aktiv helfen

        Heidi Förster

        „Ich als Person möchte gerne so leben und arbeiten, dass es Menschen konkret hilft. Und das erwarte ich auch von meiner Kirche: nicht nur Sonntagspredigten oder politische Forderungen sondern auch aktiv helfen.“ Das sagt Stefan Klaffehn, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung im Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim. Seit Juni 2020 im Amt, ist er „angekommen“,...

        ...im Austausch mit Stadt und Kreis, Kirchengemeinden, Kolleg*Innen, mit Ingrid Reidt von der  betrieblichen Seelsorge der Katholischen Kirche und mit Stefan Leimbach vom Kreis Groß-Gerau – für „Fair Trade“, Nachhaltigkeit  und Bewahrung der Schöpfung.

        Gesellschaftliche Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

        Ziele, die auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim – Kirche in der Region - mit Besetzung dieser Pfarrstelle für Gesellschaftliche Verantwortung und Diakonie verfolgen. Geboren 1969 und aufgewachsen in Helmstedt – am ehemals größten Grenzübergang zur DDR - hat er als Kind die Staus gesehen und gespielt mit mit Blick auf Sicherheitszaun, Beton-Grenzpfeiler, die Mauer. In der kirchlichen Jugendgruppe wuchs der Wunsch, Theologie zu studieren, wo ihn gleich im ersten Semester in Erlangen die Leidenschaft sowie die „intellektuelle Herausforderung“ gepackt hätten, Geschichte und Philosophie zu verstehen. Studium in Erlangen, danach Vikariate in Alsfeld und Wolfenbüttel, die berufliche Laufbahn von Stefan Klaffehn verlief stets in Vereinbarkeit mit Partnerschaft und Familie.

        Beruf und Familie unter einem Hut in Lauterbach 

        Kein geradliniger "Karriere-Werdegang" von Studium, Promotion, Führungsposition kennzeichnen seinen Weg, sondern, als Vater zuhause, ließ er seiner Ehefrau, auch Pfarrerin, gleichberechtigt auch mal den Vorrang. Gern erinnert er sich an die Zeit in Lauterbach im Vogelsberg, wo er seit 2001 Gemeindepfarrer, bis 2010 drei Jahre Jugendpfarrer und bis 2016 sechs Jahre Hauptamtlicher Dekan war, an seine Zeit mit der Familie in Heblos, einem Ort mit 350 Einwohnern und 400 Kühen, Haus und Pferden. Dass Haushalt, Erziehung und Promotion gleichzeitig nicht machbar sind – was ja in Deutschland immer noch überwiegend Frauen erleben – möchte Stefan Klaffehn dennoch niemals missen. Die Töchter haben studiert, sind im Beruf – und Klaffehn übernahm zudem Führungspositionen in der Jugend- und Drogenberatung und in der Diakoniestation Lauterbach. „Ich bin eher ein integrativer Typ“, sagt Klaffehn. Nicht nur mit Bürgertum und Protektorat war er 16 Jahre lang im Ev. Dekanat Vogelsberg vernetzt, sondern auch mit der Kultur im Kreis. Vor allem habe er in dieser Zeit die Jugendarbeit und ein gemeindepädagogisches Konzept weiterentwickelt. Und dass er mit Jugendlichen „gut kann“, merkte er spätestens, als ihn die 7., 8. und 9. –Klässler gern mitnehmen wollten auf Klassenfahrt.  Privat hat er Posaune auch in der örtlichen Bigband gespielt und noch Gitarre dazu gelernt. Und schließlich führte ihn der Weg vom Vogelsberg nach Südhessen – über Frankfurt-Offenbach – ins Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim.

        Pfarrer Stefan Klaffehn fordert mit Haltung Mut und Ideen

        Im Haus der Kirche in Rüsselsheim ist er – mitten in der Corona-Pandemie mit beschränkten Versammlungs- und Kontaktmöglichkeiten – nach drei Monaten und vielen Gesprächen in der Region  „angekommen“. Freundlich und aufmerksam begegnet er den Menschen. „Meine Haltung ist, Kirchengemeinden auch herauszufordern, mit ihnen eine Haltung zu entwickeln und neu zu überlegen, wie wir hilfreich sein können für die Gesellschaft und die Menschen.“ Mut und Ideen möchte er fördern, damit nicht passiert, was ihn im Vogelsberg schon mal zur Verzweiflung gebracht habe, „wenn Dörfer eine Kollekten-Kasse hatten und nicht wussten, was sie tun können.“ Dabei hat Stefan Klaffehn in punkto „gesellschaftliche Verantwortung“ viele Ideen. Sein  Plädoyer: Als Kirche offen sein für Menschen, die sonst an der Tür vorbeigehen, ohne gleich etwas von ihnen zu wollen oder zu fordern: "Menschen willkommen heißen!" Dies könnte Stefan Klaffehns Motto im Kreis Groß-Gerau werden.  Neben Betriebsseelsorge in Rüsselsheim und Kooperation mit der Diakonie sieht der 51-jährige Pfarrer eine wichtige Aufgabe von Kirche in der Region in gelebter Verantwortung für Umwelt: „Nicht nur predigen und fordern, sondern selbst ein umweltgerechtes Verhalten einüben, nicht den Hof zupflastern, weil es leichter für den Hausmeister ist, sondern ökologisch wertvollen Raum schaffen. Das hat Auswirkungen auf das Gemeindeleben.“

        Hinschauen: Wo wir eigentliche leben? Welche Probleme wirklich da sind? 

        Gemeinsam mit Wolfgang Prawitz, Pfarrer für Ökumene im Ev. Dekanat und mit Kristin Flach-Köhler, Gemeindepädagogin im Ev. Zentrum für Interkulturelle Bildung in Mörfelden, im Team und mit Kirchengemeinden bringt sich „der Neue“, Pfarrer Stefan Klaffehn auch politisch für gemeinsames Handeln ein.  Und da geht es aktuell  darum, als Kirche eine nach innen und außen sichtbare Haltung einzunehmen – gegen Rassismus, für ein Zusammenleben. Dabei blickt Klaffehn auf Populismus, Verschwörungstheorien und Radikalismen und betont: „Nicht predigen und fordern, sondern überlegen, wie kann man diejenigen, die wir als populistisch ausgrenzen, in Kontakt und ins Gespräch bringen?“
        Auf die abschließende Frage: „Was soll die Kirche leisten?“ zeigt Klaffehn mit seiner Antwort auch eine klare Haltung: „Kirche muss anfangen, sich ganz ehrlich umzuschauen, wo wir eigentlich leben, in welcher Gesellschaft und welche Probleme wirklich da sind.“

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

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