Dekanat Rüsselsheim

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        Um der Menschen Willen!

        Ökumenische Armutskonferenz

        Heidi Förster

        Von Armut ist in Hessen jedes siebte Kind betroffen, deren Familien weniger als 60 Prozent eines mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Die christlichen Kirchen begegnen Armut in ihrer Basisarbeit. „Um der Menschen willen!“ brachten sie am 27. September 2018 Bürger und Landtagskandidaten aller Parteien ins Gespräch.

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        An wechselnden Tischen zu den Themen Altersarmut, Arbeit und Teilhabe, Kinder und Familie, Migration und Wohnraum stellten sich Sabine Bächle-Scholz, CDU, Marcus Bocklet vom Bündnis 90/Grüne, Christiane Böhm, Die LINKE, Eva-Marie Finck-Hanebuth, FDP und Kerstin Geis, SPD, den jeweiligen Fragen und Forderungen zur Bekämpfung von Armut.
        Am Thementisch „Integration“ machte Christiane Eichhorn vom Integrationsbüro Groß-Geraus deutlich, dass es für Migranten und Flüchtlinge einen Dschungel von Anträgen und Bürokratisierung gäbe, den es dringend zu vereinfachen gelte. Marcus Bocklet verwies auf die Möglichkeit für Landkreise, auf Antrag Integrationszentren zu errichten, um mehr Personal zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf die Wohnungsnot erklärten Ehrenamtliche von „teacher oft the road“, dass es für Ausländer ohne deren Mithilfe fast unmöglich sei, eine Wohnung zu bekommen. Hier, so Bocklet, gelte es, Kommunen und Landkreise in die Pflicht zu nehmen, Wohnbaugebiete für sozialen Wohnungsbau anzuweisen.
        Am Thementisch „Wohnraum“  mahnte Lucian Lazar, Leiter des Diakonischen Werks Groß-Gerau-Rüsselsheim, dass Wohnen nicht dem freien Markt überlassen und der Schwund von Sozialwohnungen gestoppt werden müsse. Kerstin Geis, SPD, hatte sich in Rüsselsheim einen Tag lang mit Lazar mit der Wohnungsnot vor Ort befasst und sieht auch dringenden Handlungsbedarf, für kommunale Wohnungsbaugesellschaften sozial geförderten Wohnungsbau festzuschreiben.
        Von Altersarmut sind besonders Frauen, ehemalige Langzeitarbeitslose und Menschen mit kurzen oder unterbrochenen Erwerbsbiographien betroffen. Mitarbeiter des Caritasverbandes machten deutlich, dass in der Beratung vor allem die mangelnde altersgerechte Vorsorge sowie individuelle Einsamkeit deutlich werde. Eva-Marie Finck-Hanebuth konnte der Forderung einer Mindestrente nicht zustimmen. Eine Lösung sieht sie darin, dass Menschen möglichst Förderungen erhalten sollten um Eigentum zu erwerben.
        Am Thementisch „Kinder und Familie“ wurde von Mitarbeitern deutlich, dass die soziale Herkunft über den Bildungserfolg entscheide und familienbezogene Leistungen oft nicht abgerufen würden. Sabine Bächle-Scholz, CDU, berichtete, dass sie selbst jahrelang im Allgemeinen Sozialen Dienst eines Jugendamtes gewesen sei und betonte, wie wichtig die frühe Förderung in der Schulzeit sei. Daher möchte sie sich auch künftig für ein Mobilitätstickets für alle Schülerinnen und Schüler einsetzen.

        Am Thementisch „Arbeit und Teilhabe“ stimmte Christiane Böhm, die LINKE,  allen Forderungen von Investitionen in Bildung und Arbeit statt in Arbeitslosigkeit nachdrücklich zu. Sie setzt sich für die Wertschätzung aller Arbeit, Arbeitszeitverkürzung und einen höheren Mindestlohn von 12 Euro ein. Im anschließenden Podiumsgespräch forderte die Politikerin einen Landesaktionsplan, der mindestens 10.000 Sozialwohnungen pro Jahr beinhalte.

        Die Sorge um das Wohl der Menschen und die Option für ein menschenwürdiges Leben aller sind Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Dafür besteht dringend Handlungsbedarf. Dies wurde in allen Diskussionen bei dieser Armutskonferenz deutlich. Die Politikerinnen und Politiker zeigten viel Verständnis. Doch sie werden sich auch nach der Landtagswahl der Diskussion der christlichen Kirchen stellen müssen, was sie tatsächlich für soziale Gerechtigkeit im Landkreis Groß-Gerau politisch in die Tat umsetzen.

        Veranstalter waren das Katholische Dekanat Rüsselsheim, die Ev. Dekanate Groß-Gerau/Rüsselsheim und Ried, das Diakonische Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim, das Caritaszentrum Rüsselsheim, die katholische Betriebsseelsorge Südhessen sowie die Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V.

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

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