Dekanat Rüsselsheim

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        Europäisches Forum christlicher LGBT-Gruppen in Zürich

        Pfarrerin Stefanie Bischof setzt sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzungen ein

        Stefanie Bischof

        „Sich austauschen, vernetzen, miteinander Gottesdienste feiern und sich stärken.“ Darum ging es beim diesjährigen Europäischen Forum christlicher Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender- Gruppen (LGBTIQ) vom 25. bis 29. Mai 2022 in Zürich. Pfarrerin Stefanie Bischof aus Nauheim hat daran teilgenommen und setzt sich als lesbische Theologin seit vielen Jahren gegen Diskriminierungen und Ausgrenzungen von Menschen anderer sexueller Orientierungen ein.

        Sie selbst habe sich in ihrer Studienzeit geoutet und habe in Familie, Studium, Kirche und Gemeinde große Akzeptanz erfahren. Und dennoch mache sie oft die Erfahrung, „dass Menschen, die sich als queer bezeichnen, mich mit großen Augen anschauen, wenn ich sage, dass ich Pfarrerin und lesbisch bin und an Gott glauben kann. Es geht darum, zu zeigen, dass wir als Kirche daran glauben, dass Gott uns gemacht hat in der Vielheit und Buntheit, wie wir sind. Und wir glauben an einen Gott, der uns mit allem annimmt, was wir mitbringen. Es geht um Akzeptanz, Annahme und Gesehenwerden.“
        Mit über 40 Mitgliedsgruppen aus mehr als 20 Ländern in Europa setzt sich das Europäische Forum für Religionsfreiheit für LGBTIQ-Menschen, für Menschenrechte, für die Würde von LGBTIQ-Menschen und für einen positiven Diskurs über die menschliche Sexualität ein.
        „Ich selber bin ja gut durch mein Leben gekommen ohne große Anfeindungen und ich finde, gerade deshalb ist es auch meine Aufgabe, dafür einzustehen, dass die Kirchen einladend für alle Menschen sind“, betont Bischof.  
        Neben Workshops und Vorträgen seien es bei dem Treffen in Zürich vor allem die gemeinsamen Gottesdienste gewesen, die Stefanie Bischof sehr bewegt hätten. Denn viele der Teilnehmenden vor allem aus Polen, Ungarn oder Russland würden in ihrer Heimat in Gesellschaft und Kirche wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt und verletzt. Während sich in Deutschland vor allem Lesben und Schwule ein großes Stück Gleichstellung erkämpft haben, findet in Polen eine entgegengesetzte Entwicklung statt. Dort nimmt die regierende PiS-Partei Homosexuelle als Feindbild ins Visier und erklärt immer mehr Gebietskörperschaften als „LGBT-freie“ Zonen.
        In Zürich gebe es eine LGBT-Pfarrstelle. „Die EKHN ist so eine offene, progressive Landeskirche, dass es ihr gut stehen würde, wenn sie auch eine solche Pfarrstelle hätte“, erklärt Bischof. Zwar würden Menschen hierzulande immer mutiger, sich zu outen, doch täten dies in Deutschland etwa nur ein Drittel der Menschen anderer sexueller Orientierung. „Eine Pfarrstelle könnte dieses Thema noch mehr in die kirchliche Welt bringen“.

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit


        LGBTIQ
        LGBTIQ ist eine englische Abkürzung (im Deutschen LSBTIQ) und steht für lesbisch, schwul (gay), bisexuell, trans*/transgeschlechtlich, inter*/intersexuell und/oder queer.

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