Dekanat Rüsselsheim

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        Kleidertauschparty

        Ressourcen miteinander teilen

        Heidi Förster

        Im Saal des Klein-Gerauer Volkshauses liegen hochwertige Wollpullover mit warmen Farben auf langen Tischen. An seitlichen Ständern sind Wintermäntel und Jacken aufgereiht. Es herrscht eine ruhige und freundliche Atmosphäre. Frauen kommen links und rechts ins Gespräch. „Ob mir dieser Mantel wohl steht?“ fragt Inge Bauch und probiert einen blauen knielangen Wollmantel an, der ihr fantastisch steht. Dafür hat sie eine Sportjacke, Strickpullover und einen Schal mitgebracht. Pfarrerin Ellen Simon hat schon zum zweiten Mal zur Kleidertauschparty gemeinsam mit dem Büttelborner Verein ohne Grenzen e.V. am 27. Oktober 2018 eingeladen.

        Das Konzept: mit fünf aussortierten Kleidungsstücken kommen und mit fünf gebrauchten Kleidungsstücken nachhause gehen.
        Zugewandt und liebevoll kommt die modisch und farbenfroh gekleidete Pfarrerin mit den etwa 80 Teilnehmerinnen im Lauf des Nachmittags ins Gespräch. „Das ist das Beste was man machen kann, Ressourcen, die man hat, miteinander zu teilen.“ Jeder kennt das, der Kleiderschrank ist zu voll und es fällt schwer, die Kleidungsstücke, die  einmal teuer waren und von guter Qualität sind,  wegzugeben.
        „Ich habe auch Lieblingsstücke, die mir etwas wert sind, mitgebracht. Dann sehe ich, dass sie einer anderen Frau gut stehen und bin froh, dass sie eine Trägerin gefunden haben“, so Ellen Simon.
        Kirchenvorsteherin Silvia Dreher ist begeistert: „Hier kommen Frauen zusammen, die das Nachhaltigkeitsprinzip gut finden. Es ist auch ein Treffpunkt und die Atmosphäre ist gut.“
        „Ökologisch und sozial“ bringt Marie Diehl die Kleidertauschparty auf den Punkt.
        In Ruhe Kleider aussuchen, sich zwischendurch mit Kaffee und Kuchen stärken, miteinander ins Gespräch kommen und einander beraten, was gut steht: Das erlebt man wohl kaum beim kommerziellen Einkauf. Laut einer Greenpeace-Erhebung werden von den 5,2 Milliarden Kleidungsstücken in unseren Kleiderschränken 40 Prozent sehr selten oder nie getragen. Zugleich geben die Deutschen immer mehr Geld für Textilien aus, obwohl es die zu immer niedrigeren Preisen gibt. Kurzum: Wir verbrauchen Kleidung wie Pappbecher. Und dass kommerzielle Mode oft unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wird, wissen wir spätestens seit dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza im Jahr 2013, bei dem mehr als 1.000 Näherinnen in Bangladesch ums Leben kamen.
        Ellen Simon ist mit halbem Dienstauftrag Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung. Und sie steht für einen bewussteren Umgang mit Mode. Die Kleidertauschparty in Klein-Gerau ist dabei ein sympathisches und nachhaltiges Gegenkonzept zu „Fast Fashion“ und Wegwerfmentalität.
        Übrig gebliebene Kleidungsstücke der Kleidertauschparty werden über die Kleiderkammer des Büttelborner Vereins ohne Grenzen weiterverteilt.

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit 

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